Kärntner Kulturstiftung präsentiert 4 Siegerprojekte von „Umbrüche“

Kärntner Kulturstiftung präsentiert 4 Siegerprojekte von „Umbrüche“

Bis zum Ende der Einreichungsfrist am 31. Ja?nner 2021 erfolgten 159 Einsendungen der mit insgesamt 200.000 Euro dotierten, offenen Ausschreibung zum Thema „Umbru?che“.

Die Siegerprojekte

© Foto Russwurm Photography

1. FLUSSAUFWA?RTS

„flussaufwa?rts“ ist ein u?berregionales Literatur- und Bildungsprojekt des Ka?rntner SchriftstellerInnen Verbandes KSV, welches in Kooperation mit diversen Kunst- und Kulturvereinen aus dem Alpe Adria Raum in Form von Lesungen und Literaturveranstaltungen mit pa?dagogischem Fokus und musikalischer Untermalung realisiert und audiovisuell dokumentiert wird. Entlang der historisch bedeutenden Flu?sse Drau, Gail und Gailitz reflektieren SchriftstellerInnen die Erza?hlung Wenn die Gail und die Drau zuru?ckfließen von Prez?ihov Voranc, und wollen damit einen vermittelnden, kreativen und integrativen Ansatz fu?r die „Friedensregion Alpe-Adria“ schaffen. Den Start des im Zeitraum von Mai 2021 bis Mai 2022 ca. zehn Veranstaltungen umfassenden Projekts stellt eine vierstu?ndige Sonderfahrt auf einem Holzfloß dar, welches auf der Drau von Lavamu?nd (O?) nach Dravograd (SLO) und wieder zuru?ckfahren soll.

© Armin Guerino

2. INGEBORG-BACHMANN-KUPPEL

Die Ingeborg-Bachmann-Kuppel ist eine begeh- und bespielbare Skulptur der Ku?nstler Armin Guerino und Gerhard Fresacher, die jedes Jahr an kulturell virulenten und gesellschaftlich relevanten Orten im Alpe-Adria-Raum platziert wird und gegenwa?rtige Themen mit allen Formen der zeitgeno?ssischen Kunst bearbeiten soll. Im Zeitraum von April bis September 2021 setzen Gerhard Fresacher und Alina Zeichen den „Geometrischen Heimatroman“ von Gert Jonke zusammen mit Textfragmenten der namensgebenden Ingeborg Bachmann zur Vermessung einer Landschaft um, wobei sich die beiden Werke zu einem literarischen Duett verbinden, das so noch nie stattgefunden hat. Die Kuppel fungiert dabei als Bild- und Sprachreaktor. Sie wird zum Reflektor, der die umliegenden Fassaden mit Foto- und Videomaterial mittels Projektionen, Laser und Scheinwerfer in Szene setzt. Vorgesehen ist in Folge ab April 2022 die Weiterfu?hrung an einem durch die ku?nstlerische Leitung ausgewa?hlten Projektort mit den dazugeho?renden ProjektpartnerInnen.

Zahra Mani © Monika Saulich

3. SLOWLIGHT – SEEKING DARKNESS

Unter der Leitung von Karin Schorm und Zahra Mani (schormani) widmet sich „Slow Light“ dem Thema der fehlenden Dunkelheit im Alpe-Adria-Raum. Das vom Klanghaus Untergreith in enger Kooperation mit Radio Agora initiierte Projekt la?dt Ku?nstlerInnen dazu ein, den Bezug von ubiquita?rer Beleuchtung im urbanen und ruralen Raum zu Kunst, Kultur, O?kologie und Natur herzustellen und zu reflektieren. Stattfinden soll das Projekt zwischen Fru?hjahr 2021 und 2022 hauptsa?chlich u?ber das Netzwerk des mehrsprachigen Radiosenders Radio Agora im A?ther wie auch im Internet. Zusa?tzlich soll das Projekt in Buchform dokumentiert werden. Die geplanten Formate umfassen neben Pra?sentationen, Podcasts und Webinaren ebenso die begleitende Buchpra?sentation, wie auch ein Bildungsprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem BRG Villach realisiert wird.

© Peter Wagner

4. WIR KAMEN UND SIE BRAUCHTEN UNS

Das Theaterprojekt des Klagenfurter Ensembles nach der Idee von Peter Wagner bescha?ftigt sich spartenu?bergreifend, zwischen Literatur und Dramaturgie, mit dem Thema der als obsolet empfundenen Heimattradition. Gezeigt werden von Prof. Klaus Amann vorgeschlagene, literarische Beitra?ge der Ka?rntner AutorInnen Peter Turrini, Josef Winkler, Werner Kofler, Maja Haderlap und Alois Hotschnig, die an den jeweiligen Geburtsorten der Schriftsteller mittels Riesenmarionetten, gestaltet von Manfred Bockelmann, umgesetzt und dargestellt werden. Ab dem Projektstart im Juni 2021 sollen an den fu?nf Spielorten jeweils zwei bis drei Vorstellungen abgehalten werden, wobei die Figuren (Marionetten), in Absprache mit der KKS, als Pra?sentations- und Ausstellungsstu?cke am jeweiligen Spielort verbleiben ko?nnen. Die KKS begru?ndet die kulturelle Relevanz des interdisziplina?ren Projekts mit der Mo?glichkeit der u?berregionalen Erweiterung in den Landessprachen der Nachbarla?nder.

BER DIE KA?RNTNER KULTURSTIFTUNG Scha?tzen – Fo?rdern – Vernetzen

Die Stiftungsvorsta?nde Monika Kircher, Ina Maria Lerchbaumer und Adolf Rausch haben sich mit der Gru?ndung der Ka?rntner Kulturstiftung das Ziel gesetzt, Ka?rnten als einzigartigen Kreativraum mit herausragenden Talenten national und international sichtbar zu machen. Als Plattform und Kulturbotschafterin mo?chte die KKS die geistige und kulturelle Zukunft und Identita?t des Landes positiv mitgestalten und zukunftsweisende Impulse im Kunst- und Kulturbereich setzen. Im Falle besonderer kurzfristiger Chancen, aber auch in Krisensituationen, werden auch Projekte ohne Ausschreibung verwirklicht, sofern sie dem Stiftungszweck entsprechen.

Grundsa?tzlich vergibt die Ka?rntner Kulturstiftung finanzielle Mittel nur im Zusammenhang mit der o?ffentlichen Ausschreibung eines durch das Kuratorium vorgegebenen Projektes. Die Gru?ndungserkla?rung der Ka?rntner Kulturstiftung sieht jedoch auch Kooperationsmo?glichkeiten verschiedenster Art außerhalb dieser Calls vor. Insofern sieht sich die Ka?rntner Kulturstiftung auch als Vermittlerin und Fo?rderin und mo?chte durch Veranstaltungen verschiedenster Art die interne Vernetzung und Weitergabe von relevanten Informationen forcieren.

„Fu?r uns sind Kunst und Kultur geistige Qualita?ten und machen einen Wirtschaftsstandort aus. Aber unabha?ngig vom unmittelbaren Nutzen machen uns Kunst und Kultur reicher und innovativer. Mit der KKS machen wir keine Kulturpolitik und wollen die o?ffentliche Hand nicht aus ihrer Verantwortung entlassen aber durchaus bewirken, dass ein klareres Bekenntnis zu Kunst und Kultur entsteht und sich dies auch in den Budgets niederschla?gt. Wir wollen vernetzen, sta?rken und unterstu?tzen, denn Ka?rnten braucht nach den letzten Jahrzehnten mehr ziviles Engagement“ so Stiftungsvorstand Monika Kircher.

 

9. 4. 2021 / gab
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